Nanaju

Kulturhalle Tübingen. 25.06.2021 bis 14.08.2021

Nonnengasse 19.  72072 Tübingen.

 

Aufgrund des beschränkten Platzangebotes wegen der Hygienebestimmungen bitten wir um eine Anmeldung für die Vernissage am 25 Juni sowie für die Veranstaltung am 23 Juli.

 

Bitte geben Sie bei der Anmeldung auch Ihre Adresse an. Der Besuch der Vernissage ist nur nach Anmeldebestätigung Möglich.

 

Anmeldung unter

 

kultur@tuebingen.de oder 07071/ 204 1738

 

 

Nanaju ist ein japanisches Wort und bedeutet: 70

 

Zwei Tübinger Künstler mit ausländischer Herkunft werden im Jahr 2021 beide 70 Jahre alt:

 

 

Koho Mori-Newton kam zur Welt am 25. Juli

 

und

 

Serge Le Goff ist am 25. April geboren.

 

 

Beide Künstler kamen 1975 nach Tübingen, der eine aus Tokio, der andere aus Paris. Sie lernten sich in der Mensa Wilhelmstrasse kennen und begannen ihr künstlerisches Leben gemeinsam im Jahr 1980 mit der Ausstellung“Rhythmus radiert“ im Teegarten in der Tübinger Haaggasse.

 

Noch ein paar Jahre waren durch mehrere gemeinsame Aktionen geprägt. Danach begann für Koho Mori-Newton eine erfolgreiche internationale Karriere,  während  der  künstlerische  Schaffensschwerpunkt  von Serge    Le Goff in Tübingen geblieben ist. Immer wieder setzte er sich in seinen Aktionen mit der Geschichte der Stadt auseinander.

 

Mit dieser Ausstellung in der Kulturhalle Tübingen ist es möglich, den aktuellen Zustand und die unterschiedlichen Entwicklungen beider Künstler nacheinander im gleichen Raum zu präsentieren.

 

Zuerst ist im Juni/Juli eine Installation von Koho Mori-Newton zu sehen.

Im Juli/August wird dann die Raumgestaltung von Serge Le Goff zu betrachten sein.

 

Koho Mori-Newton:  25.06.21  - 17.07.21

 

Linien sollen aus sich selbst wirken.

 

Schon im 10. Jahrhundert versuchten die Meister der chinesischen Tuschemalerei eine Linie zu ziehen, so dass sie aus sich selbst wirkt. Sie haben geglaubt daß sie in die Linien " (Chi, Ki) " hinein schmuggeln können. Durch das " (Chi, Ki )" kann diese vom Meister auf Papier gezogene Linie sogar sich vom Papier lösen und ins Weltall fliegen. ( Chi, Ki: Äther, Atem, Dunst, Dampf )

 Aber wann weiß der Meister, dass die Linien "(Chi, Ki)" bekommen haben?

 Er fängt an, seine Linien zu betrachten. Aber nach was für Kriterien soll er die gezogenen Linien befragen? Ich glaube, so hat in der Geschichte der Tuschemalerei ein ästhetisches Urteil auf der geschmacklichen Ebene begonnen.

 

Gedanken zur meiner Arbeit

- Die nebeneinander stehenden Linien zeigen oft einen sehr unterschiedlichen Charakter, sie haben meistens sogar nichts miteinander zu tun, und durch die Ansammlung solcher einzelnen Linien entsteht ein Bild, das weitgehend ohne Autor und ohne Sujet ist.

 - Der schräge Strich steht zusammen mit waagrechten und senkrechten Linien.

 - Repetition und Selbstvergewisserung

 

Roland Barthes, Das Reich der Zeichen S.101: “ Einem Schüler, der an einem Koan

( einer Anekdote, die der Meister ihm vorstellt ) arbeitet, wird geraten: ihn nicht zu lösen, als hätte er einen Sinn, auch nicht, seine Absurdität zu erkennen ( die auch noch ein Sinn wäre ), sondern ihn zu kauen, > bis der Zahn ausfällt <.“

 

In dieser Ausstellung in der Kulturhalle in Tübingen zeige ich meine Werke die mit Tusche, Seide und Raum zu tun haben.

 

Koho Mori-Newton

25.06.21:  Performance Lauren Newton - Koho Mori-Newton

Serge Le Goff: 23.07.21  -  14.08.21

 

 

Die Farbe vor allem, und vielleicht sogar mehr als die Zeichnung, ist eine Befreiung“

Henri Matisse.

 

Schwarz ist die Zuflucht der Farbe“

Gaston Bachelar, Philosoph

 

 

Die Farbe braucht keine Linien oder Rahmen, sie wirkt für sich selbst und besiegt dank des Lichts den Raum. Licht, Schatten, Reflexionen, Formen sind keine realen Wesen, sie haben eine flüchtige visuelle Existenz. In Le Goffs räumlichen Inszenierungen werden sie einerseits durch die Betätigung eines Lichtschalters sichtbar, und finden andererseits jene vom Philosophen definierte Zuflucht.

 

Serge Le Goff arbeitet minimalistisch mit den drei Farben Rot, Grün und Blau, unterstützt durch ultraviolettes Licht sowie dem Grundton Weiß. Aufwendig sind nur die Raumgestaltung und die Installation, die die Beleuchtungskörper trägt und als Raster dient um bunte Lichter zu mischen, Farben zu nuancieren, um Schattierung, Form und Bewegung zu erzeugen.

 

Die Mauern werden nicht bemalt sondern beleuchtet, und das immateriell projektierte Licht scheint die Konsistenz von Malerei zu haben.

 

23.08.21: Performance:

Lauren Newton, Vocalistin - Anke Zapf-Vaknin, Bewegungskünsterin.

Lauren Newton : www.laurennewton.com

Anke Zapf-Vaknin: www.tanzimprov.de